Manchmal hat man ja gewisse Vorstellungen. Meine war von der besuchten Stadt eine ganz Andere. Man fährt durch Wiesen und Felder, biegt an einer Kreuzung rechts ab. Parkt den Untersatz, läuft unter einer Eisenbahnbrücke durch – immer noch sehr ländlich und ein bischen heruntergekommen – keine 20 Meter nach links. Man wundert sich noch, warum so viele Andenkenstände an einer Mauer entlag stehen. Komisch.
Nochmal links, zwischen den Ständen, ein alter Torbogen. Man geht hindurch und da steht er. Einfach so: Der schiefe Turm von Pisa.

Wie immer in meinem Leben, wenn ich vor so berühmten Bauwerken oder Gemälden stehe, die ich schon x Mal in den Medien gesehen habe, kann ich es gar nicht fassen, dass ich endlich da bin. Die Ehrfurcht, dass diese Bauwerke oder sonstige Kunst die Zeit überdauert haben, trotz allem, was der Mensch so um sie herum veranstaltet, wie Weltkriege etc., ist für mich immer noch ein Wunder und wird es wohl auch bleiben. Naiv? Vielleicht.
Ich nehme mir immer die Zeit, diese auf mich wirken zu lassen. Den Gesamteindruck. Wie er wohl auf die Menschen der damaligen Zeit gewirkt haben muss, statt – wie heute üblich – einfach nur Klick zu machen und weiterzulaufen.
